Wen braucht es?
Was braucht es?
Ein kurzer Ausblick in die nächste Zukunft

Anlässlich der Enquete zum Thema Sachwalterschaft am 8. Juni 2015 bei der Volksanwaltschaft in Wien hat sich die Wiener Patientenanwältin Dr. Sigrid Pilz in der Diskussion als "alte Pädagogin" bezeichnet. Auch ich bin ein alter Pädagoge und als solcher weiß ich, dass Menschen Aufträge und die Erledigung bestimmter Angelegenheiten nicht immer freiwillig durchführen. Manchmal müssen sie zu ihrem Glück von anderen Menschen angeleitet werden. Allein schon sprachlich machen sich die engen Grenzen und die Gratwanderung im Tun sichtbar: reden versus überreden, begleiten versus leiten.

Bei aller Freiwilligkeit, bei aller Unterstützung und Begleitung und bei allem Coaching wird es in schwierigen Situatuionen und somit auch in Zukunft Menschen brauchen, die Halt geben, Struktur bieten, Entscheidungen treffen und die - um ein verpöntes Wort zu verwenden - Autorität darstellen. Menschen mit Beeinträchtigungen sind mitunter aufgrund ihrer Krankengeschichte und ihrer sozialen Biografie leicht beeinflussbar, manipulierbar und unsicher in Entscheidungen. Gerade schutzbedürftige Menschen brauchen deshalb Persönlichkeiten an ihrer Seite. Persönlichkeiten, die mit ihnen und manchmal für sie Rechte durchsetzen und parteiisch ihre Interessen vertreten. Dafür müssen auch in Zukunft ausreichend finanzielles Kapital, personelle Ressourcen und, als wesentlicher sozialarbeiterischer Faktor, ausreichend Zeitkapital zur Verfügung gestellt werden.

Es muss gesamtgesellschaftliches Anliegen und ein Konsens sein, gerade auch in Zeiten, wo Milliarden für Bankenrettungen verwendet werden, besonders für die Unterstützung und Vertretung von schutzbedürftigen Menschen ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen. Dadurch wird eine basale Wertschätzung von Gesellschaft und Politik für die manchmal schöne und manchmal auch sehr schwierige soziale Arbeit ausgedrückt. In weiterer Folge müssen ergänzend in den Organisationen gesunde Personalschlüssel und eine angemessene Bezahlung sichergestellt werden. Um mit den Worten des Bundesministers für Justiz Dr. Wolfgang Brandstetter anlässlich seines Besuches in der Geschäftsstelle Zwettl zu sprechen: "Ich weiß, wie wertvoll Eure Arbeit ist!" Anerkennung des Engagements aller Mitarbeiter, ideell wie auch finanziell, ist die Basis zur Bewältigung der Herausforderungen, mit denen alle im Sozialbereich Tätigen heute und in Zukunft täglich konfrontiert sind.

Mag. Anton Steurer MAS
Geschäftsführung

NÖ. Landesverein für
Sachwalterschaft und
Bewohnervertretung

Bräuhausgasse 5/2. Stock, 3100 St. Pölten

Tel:
(02742) 77 175

Fax:
DW 18

E-Mail: sachwalterschaft@noelv.at
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Der NÖLV ist seit 30 Jahren als Sachwalterverein in Niederösterreich tätig.

Wir sind eine parteiunabhängige und überkonfessionelle „social-profit“-Organisation, die großteils vom Bundesministerium für Justiz gefördert wird.

Unsere vorrangigen Aufgaben sind es, den Gerichten gut ausgebildete Vereinssachwalter und Bewohnervertreter zur Verfügung zu stellen.

Von unseren sechs Geschäftsstellen in Niederösterreich aus vertreten wir mit etwa 100 angestellten Mitarbeitern und 200 ehrenamtlichen Vereinssachwaltern ca. 2000 Personen bzw. überprüfen mit neun Bewohnervertretern die Freiheitsbe- und -einschränkungen in Alten- und Behinderteneinrichtungen sowie in Krankenhäusern.

 

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